
Cehennem, Neu Benannt
Ali Sami Yen ist nicht mehr. RAMS Park ist da. Aber die Tribüne ist gleich, das Feuer ist gleich, die Fahne ist gleich. Galatasarays europäische Nächte — von Rijkaard bis Icardi.
In einem Café in Zürich hängt ein gelb-rotes Trikot an der Wand, darunter in Handschrift ein einziges Wort: cehennem. Der Besitzer der Wand lebt seit dreißig Jahren in der Schweiz, hat das Stadion vielleicht nie gesehen. Aber wenn sich das Bild auf dem 48-Zentimeter-Bildschirm seines Handys am Spielabend ändert, durchdringt der Lärm der Tribüne nicht die Lautsprecher, sondern seine Knochen. Dieser Klang hat sich nie verändert. Nur der Name hat gewechselt.
Ein Stadion Stirbt, Eine Legende Bleibt
Ali Sami Yen wurde 2011 abgerissen. An seiner Stelle wurde zuerst die Türk Telekom Arena, dann RAMS Park errichtet — Beton, Stahl, LED-Bildschirme, der frische Geruch eines neuen Stadions. Für den Galatasaray-Fan ist das eine architektonische Randnotiz. Was bleibt, ist die Rückkehr des Klangs, der zwischen den turmförmigen Tribünen gefangen ist, die Akustik des geschlossenen Raums, diese erdrückende Nähe. Wenn der gegnerische Spieler das Feld betritt, ist das erste, was er fühlt, nicht der Aufprall des Balls, sondern der Atem im Nacken.
In der Diaspora kommt dieses Gefühl über den Bildschirm. Ein Vater in Berlin erzählt seinem Sohn: "Dort gibt es eine Art Angst, die kannst du im Fernsehen nicht sehen, aber du fühlst sie." Ein anderer in Wien erzählt die gleiche Geschichte mit anderen Worten. Die Geschichte bleibt gleich, denn ihre Quelle ist dieselbe — die Tribüne selbst.
Von Rijkaard Bis Icardi
Die Erinnerung an die europäischen Nächte ist nicht chronologisch, sondern emotional. In den Neunzigern fürchteten sich große europäische Mannschaften, die zu Ali Sami Yen kamen, vor der Menge, die sie durch das Busfenster sahen, bevor sie das Feld betraten. Namen wie Rijkaard, die sich Galatasaray in diesen Jahren gegenübersahen, notierten den einzigartigen Druck der Istanbuler Nächte in einer Ecke ihrer Fußballkarrieren.
Im Viertelfinale 2013 änderte sich die Szenerie gegen den spanischen Giganten, aber das Publikum blieb gleich: eine schreiende, dampfende, niemals verstummende Masse. Heute trägt Icardi das Trikot auf derselben Tribüne; neue Generation, neue Transfers, neuer Sponsorname für das Stadion. Aber die Welle der Fahnen hinter dem Tor bricht immer noch im gleichen Rhythmus.
Die drei festen Elemente des Cehennems sind:
- Lautstärke — eine Geräuschwand, die mit dem Aufwärmen vor dem Spiel beginnt und neunzig Minuten lang nicht abreißt
- Nähe — die Tribüne sitzt so nah am Spielfeld, dass sie fast berührt werden kann
- Erinnerung — eine Haltung, die jede neue Generation von der vorherigen übernimmt, nicht durch Worte, sondern durch Verhalten weitergegeben
Der Name Ändert Sich, Das Feuer Bleibt
Stadionnamen kommen durch Sponsoring und gehen durch Sponsoring. RAMS Park wird eines Tages unter einem anderen Namen bekannt sein. Aber das Trikot an der Wand in dem Café in der Diaspora wird dort bleiben, der 48 Zentimeter große Bildschirm wird weiterhin dasselbe Bild vergrößern. Cehennem ist kein Ortsname, sondern eine Gewohnheit — und Gewohnheiten lassen sich nicht so leicht transportieren, sie ändern nur die Adresse.
— Weiterlesen
Noch ein Beitrag gefällig?
01Süper Lig · 27 Aug 2026
Fenerbahçe und Galatasaray: Mögliche Gegner in der Champions League stehen fest
Fenerbahçe und Galatasaray warten auf ihre möglichen Gegner in der Champions League. Diese Begegnungen werden …
→ Zum Lesen
01Süper Lig · 07 Jun 2026
Eine Freitag Nacht in Kadıköy
Um zu verstehen, wie 47.500 Stimmen zu einem einzigen Atemzug werden, müssen wir auf das letzte Spiel von Alex…
→ Zum Lesen
01Süper Lig · 26 Aug 2026
Matteo Guendouzi und die Lyon-Fans: Spannungen auf dem Platz
Mit dem Aufstieg von Fenerbahçe in die Champions League erlebte der Starspieler von Marseille, Matteo Guendouz…
→ Zum Lesen
— Weiter
Der nächste
Wettschein wartet.
Für alle Süper-Lig- und Nationalmannschaft-Spiele dieser Woche: deutschsprachige Vorschauen, Quotenanalysen und Wettempfehlungen — nur einen Klick entfernt.